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Ein aufgewerteter Waldrand bietet vielen Tieren Lebensraum
| 24. Juli 2010
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Waldrand Törigraben 2: Ein ökologisch wertvoller Waldrand soll stufig sein, kleine Strukturen und einen grossen Reichtum an standortheimischen Pflanzenarten enthalten. Dann bietet er Lebensraum für eine Vielzahl von Tierarten. Der Waldrand im Törigraben ist auf gutem Weg dazu. Bild: bag
Ursenbach. Waldränder bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Sie müssen aber entsprechend gestaltet und gepflegt werden. Dieses Engagement zugunsten der Natur wird den Waldbesitzenden vom Kanton Bern finanziell abgegolten. Ein solches Waldrand-Projekt wurde im Törigraben in der Gemeinde Ursenbach realisiert.
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«Im Rahmen des Biodiversitäts-Programms verwirklicht der Kanton Bern auch Projekte zur Schaffung von stufigen Waldrändern», erklärt Oberförs-ter Christian Menn von der Waldabteilung 6 in Koppigen. Dies sagt er bei der Besichtigung eines solchen Projektes im Törigraben in der Gemeinde Ursenbach. Revierförster Walter Lanz hatte nach geeigneten Objekten Ausschau gehalten und war hier fündig geworden. «Es ist ein optimales Gebiet – ein ruhiges, abgelegenes Tälchen mit einem Bach. Das Wild kann hier noch zirkulieren», stellt er fest. Und was vor allem wichtig ist: Der Waldrand bietet die nötigen Strukturen.
Ökologisch wertvoll
Darüber, was einen ökologisch wertvollen Waldrand auszeichnet, gibt eine vom Kanton Bern herausgegebene Broschüre Auskunft: «Er besteht aus einem vorgelagerten Krautsaum, einem ausgedehnten Strauchgürtel und einem Waldmantel mit Lichtholzarten. Wichtige Merkmale sind die Vielfalt, kleine Strukturen und ein grosser Reichtum an standortheimischen Pflanzenarten», heisst es. «Vor allem da, wo die entsprechenden Strukturen schon vorhanden sind, möchten wir diese noch fördern», erklärt Oberförster Menn. Und diese hat Förster Lanz hier gefunden: «Es sind ökologisch wertvolle Sträucher vorhanden, beispielsweise Pfaffenhütchen, Schneeball und Liguster», kann er bestätigen. «Die meisten heute bedrohten Tier- und Pflanzenarten mögen lichte und lückige Strukturen. Dies gilt besonders für Tagfalter, Vögel und Käfer – sie finden am Waldrand Nahrung, Unterschlupf, Nist- und Brutplätze», informiert die Broschüre weiter. Doch für eine optimale Gestaltung eines Waldrandes sind meist Eingriffe notwendig. So war es auch im Törigraben – der Wald musste aufgelichtet werden. Nachdem der Waldbesitzer seine Zustimmung gegeben hatte, zeichnete der Förster jene Bäume an, die weggenommen werden sollten. Nach dem Holzschlag muss sich die Fläche nun wieder etwas erholen. Aber wir sind auf einem guten Weg», freut sich Walter Lanz.
Dieses Waldrand-Projekt umfasst 175 Meter in der Länge und 20 Meter in der Tiefe, was eine Fläche von 35 Aren ergibt. Der Waldbesitzer erhält eine Abgeltung für den Ersteingriff und später eine Entschädigung für die Pflegemassnahmen. Bevor jedoch ein Waldrand als Projekt anerkannt wird, muss der zuständige Förster verschiedene Kriterien beurteilen. Er hat eine ganze Menge Fragen zu beantworten, so etwa nach dem Ist-Zustand des Waldrandes wie auch des angrenzenden Offenlandes oder nach den angestrebten Zielen: Welche Zielartengruppe (Säugetiere, Vögel, Reptilien, Insekten) soll primär gefördert werden? Auch die geplanten Massnahmen müssen umschrieben werden.
Vernetzung
«Es eignet sich also nicht jeder Waldrand für ein solches Projekt. Ich habe einige Angebote bekommen, die ich abweisen musste. Wenn zum Beispiel eine Strasse in unmittelbarer Nähe ist, bringt es nichts. Die Waldbesitzer sollten auch bedenken, dass sie in der Folge zu weiterer Pflege verpflichtet sind», sagt Förster Walter Lanz. «Wir können leider nicht alle Waldränder im Kanton Bern aufwerten. Deshalb berücksichtigen wir zuerst jene, die ökologisch sehr wertvoll sind. Denn dort haben wir auch grosse Chancen, unsere Ziele zu erreichen», sagt Oberförster Christian Menn. Und: «Ein wichtiger Faktor bei der ganzen Sache ist ebenso die Vernetzung der wertvoller Biotope. Die Waldrandaufwertung ist auch eine Weiterführung der Anstrengungen, die bereits mit den Heckenpflanzungen begonnen haben.»
Berty Anliker
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