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Altes Amerika auf der Ribimatte
| 29. Juli 2010
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Giacun Caduff im «Cinquecento» mit dem selbst konstruierten Prototyp: Auf Tischchen dieser Art, mit «Antenne» für den Service, werden den Besuchern des Autokinos echt amerikanische Cheeseburger, Hot-Dogs, Popcorn und Milkshake serviert. Bild: ljw
Autokino in Huttwil. Für «Crazy Events» – verrückte Projekte – ist er zu haben, der junge Filmemacher aus Gempen, Giacun Caduff. In seinem Heimatdorf zieht er Ende August das erste Autokino auf, zwei Wochen später dann, am 10./11. September, einen gleichen Anlass im Städtli. Internet und Landkarte haben ihn mit seinem Projekt ausgerechnet auf die Huttwiler Ribimatte geführt.
Das wäre der Prototyp, noch ein bisschen wackelig, aber so stelle ich es mir vor.» Giacun Caduff erklärt einem befreundeten Schreiner das Klapptischchen, das er nach einer eigenen Idee konstruiert hat. Tischchen wie dieses sollen von Rollerblade-Girls während den Autokino-Vorführungen zu den Autos gebracht werden. Sie dienen als Abstellfläche für die Konsumationen und sind zusätzlich mit einer «Antenne» versehen, mit welcher sich die Besucher melden können, wenn sie einen Wunsch haben. Der Schreiner ist begeistert, stellt einen günstigen Preis in Aussicht und die schnelle Lieferung. Giacun Caduff strahlt: 60 Stück dieser Tische sind weitgehend gesponsort. Das «alte» Amerika holt die Schweiz ein. Zur Zeit, als noch Marilyn Monroe und Shirley Temple über die Leinwand schwebten, war es in US-Städten möglich, im eigenen Auto Filme auf Grossleinwand zu geniessen; unabhängig davon, ob es milde Sommerabende waren oder ob der Regen auf das Dach klatschte. Trotz aller Globalisierung – Amerika prägt heute noch die Welt der Filme, «Hollywood» hat seine Zauberkraft behalten. Achteinhalb Jahre lang hat Giacun Caduff in dieser Welt verbracht, hat nach einem Studienjahr an der ETH und der Filmschule in Zürich der Schweiz den Rücken gekehrt und in Los Angeles/New York Film studiert und Filme gedreht. Mit fundiertem Wissen, mit Erfahrung und vor allem mit «crazy» Ideen ist er vor rund zwei Jahren in die Schweiz zurückgekehrt. Hier nahm er sich vorerst dem Basler Gässli-Filmfestival an, ein erfolgreicher gemeinnütziger Anlass für junge Filmemacher und die Bevölkerung in der Re-gion. Das Ziel ist es, Jugendliche fürs Filmemachen zu begeistern und den Filmtalenten von morgen die Möglichkeit zu geben, ihre Werke öffentlich zu präsentieren. Jährlich ist ein international bekannter Filmemacher eingeladen, der seinen Debütfilm zeigt und den Jugendlichen im charmanten Ger-bergässli-Ambiente Tipps und Tricks mit auf den Weg gibt. 2009 war es Dani Levy (der Hitlerfilm «Mein Führer», «Alles auf Zucker» und andere), ab 19. August 2010 wird es Xavier Koller («Die Reise der Hoffnung») sein. «Das ist eine tolle Sache für alle Jugendlichen und macht Spass», freut sich Giacun Caduff.
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Das wäre der Prototyp, noch ein bisschen wackelig, aber so stelle ich es mir vor.» Giacun Caduff erklärt einem befreundeten Schreiner das Klapptischchen, das er nach einer eigenen Idee konstruiert hat. Tischchen wie dieses sollen von Rollerblade-Girls während den Autokino-Vorführungen zu den Autos gebracht werden. Sie dienen als Abstellfläche für die Konsumationen und sind zusätzlich mit einer «Antenne» versehen, mit welcher sich die Besucher melden können, wenn sie einen Wunsch haben. Der Schreiner ist begeistert, stellt einen günstigen Preis in Aussicht und die schnelle Lieferung. Giacun Caduff strahlt: 60 Stück dieser Tische sind weitgehend gesponsort. Das «alte» Amerika holt die Schweiz ein. Zur Zeit, als noch Marilyn Monroe und Shirley Temple über die Leinwand schwebten, war es in US-Städten möglich, im eigenen Auto Filme auf Grossleinwand zu geniessen; unabhängig davon, ob es milde Sommerabende waren oder ob der Regen auf das Dach klatschte. Trotz aller Globalisierung – Amerika prägt heute noch die Welt der Filme, «Hollywood» hat seine Zauberkraft behalten. Achteinhalb Jahre lang hat Giacun Caduff in dieser Welt verbracht, hat nach einem Studienjahr an der ETH und der Filmschule in Zürich der Schweiz den Rücken gekehrt und in Los Angeles/New York Film studiert und Filme gedreht. Mit fundiertem Wissen, mit Erfahrung und vor allem mit «crazy» Ideen ist er vor rund zwei Jahren in die Schweiz zurückgekehrt. Hier nahm er sich vorerst dem Basler Gässli-Filmfestival an, ein erfolgreicher gemeinnütziger Anlass für junge Filmemacher und die Bevölkerung in der Re-gion. Das Ziel ist es, Jugendliche fürs Filmemachen zu begeistern und den Filmtalenten von morgen die Möglichkeit zu geben, ihre Werke öffentlich zu präsentieren. Jährlich ist ein international bekannter Filmemacher eingeladen, der seinen Debütfilm zeigt und den Jugendlichen im charmanten Ger-bergässli-Ambiente Tipps und Tricks mit auf den Weg gibt. 2009 war es Dani Levy (der Hitlerfilm «Mein Führer», «Alles auf Zucker» und andere), ab 19. August 2010 wird es Xavier Koller («Die Reise der Hoffnung») sein. «Das ist eine tolle Sache für alle Jugendlichen und macht Spass», freut sich Giacun Caduff.
Zurück in die Vergangenheit
Vor rund einem Jahr reifte die Idee des Auto-Kinos. Zwar legte der junge Filmemacher, der im Architekturbüro seines Vaters mithilft, das Projekt noch etwas aufs Eis, denn mit dem Aufstellen einer Leinwand war es noch nicht getan. Doch jetzt hat es ihn völlig gepackt: Mit einem «Cinema Drive-in» will er die Besucher zurück in die Vergangenheit katapultieren, zurück in die Welt, wo man Filme auf Grossleinwand im eigenen Auto bestaunen konnte. Filmfans, ob jung oder alt, Autoliebhaber und alle Nostalgiker sollten angesprochen sein, Unterhaltung vom Feinsten im unvergesslichen Ambiente zu geniessen. Doch wo ist der perfekte Standort? Dass er das Projekt in seinem Heimatdorf, im solothurnischen Gempen, starten würde, war für Giacun Caduff von Anfang an klar. Dass der zweite Austragungsort zentral liegen muss, ebenso. Das ergab auch eine Umfrage bei rund 120 Oldtimer-Clubs.
Viel Entgegenkommen
«Luzern», fuhr es ihm durch den Kopf. Internet hochgeschaltet, Suche nach einem geeigneten Platz ... auf der Huttwiler Ribimatte blieb der Cursor hängen. Der Stein kam ins Rollen: «Der Platz ist perfekt, das Entgegenkommen der Gemeinde grossartig, die Unterkunftsmöglichkeiten vielfältig», freut sich der Filmemacher. Damit waren einige Hürden genommen, «einige» oder noch viele mehr standen allerdings bevor, darunter das Sponsoring und die Rechte für die Ausstrahlung der Filme. Giacun Caduffs Begeisterung scheint ansteckend zu sein: Überall stiess er auf offene Türen, erhielt unter anderem die Rechte für ein Trinkgeld. «Sonst wäre das Projekt gestorben», stellt er fest. Der Ton wird über eine Radiofrequenz gesendet; die Autos sind für die perfekte Sicht auf die Leinwand vorne «aufgebockt». Nebst den Filmen gibt es auch kulinarische Köstlichkeiten aus den 1950er Jahren, serviert von den Mädchen des Skating Clubs Huttwil: In stilgerechten Kostümen und (bei trockener Witterung) auf Rollerblades bringen sie den Besuchern Cheeseburger, Hot-Dogs, Popcorn und Milchshakes direkt ans Auto. Der Event soll in jeder Hinsicht an die Zeit des Rock’n’Roll erinnern.
Das Autokino Huttwil mit den beliebten Klassikern «Le Grand Bleu», «American Graffiti», «Grease» und «Gran Torino» findet am Freitag/Samstag, 10. und 11. September, statt. Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, aber «es kommt gut», ist Giacun Caduff überzeugt. Im Moment ist er noch auf der Suche nach einer einheimischen Band mit Band-Fahrzeug und CD. «Wäre cool, wenn wir das auch noch bieten könnten», meint er gegenüber dem «UE». Das Interview geht speditiv, sprühend und voller Power über die Bühne. Dann setzt sich Caduff in den kleinen Oldie, den Fiat Cinquecento, und tritt kräftig aufs Gas. «Es gibt schon noch einiges zu tun», grinst er.
Liselotte Jost-Zürcher
Infos und Ticketvorbestellungen: www. autokino-huttwil.ch oder www.cinema-drive-in.ch
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