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Eine Gedenkstätte für Jakob Käser

|  26. August 2010
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Eine Gedenkstätte für Jakob Käser
 Ein ehrenvoller Standort für die Gedenkstätte von Schmiedemeister und Mundartdichter Jakob Käser.  Bild:  vsm

Ortsverein Madiswil. Dem Madiswiler Dorfschmied und Mundartdichter Jakob Käser (1884 bis 1969) wurde eine Gedenkstätte errichtet und vergangenen Sonntag im Hof der Kirche Madiswil eingeweiht. Vom Ortsverein Madiswil und seinem Sohn Fritz Käser initiiert, wurde die Idee, dem Ehrenbürger Jakob Käser ein Denkmal zu setzen, von Gemeinde und Behörden begrüsst und unterstützt.


 «Mit viel Liebe und Gschpüri beschrieb Jakob Käser sein Dorf Madiswil. In seinen Erzählungen und Gedichten würdigte er die Menschen, die hier lebten und arbeiteten. Er hielt auf feinfühlige, detailgetreue Weise Gegebenheiten wortgewandt fest. Als fleis-siger Schmiedemeister und talentierter Autor blieb er dem, was er hatte, treu.» Pfarrer Patrick Moser bezog die Einweihung von Käsers Gedenkstätte in die Predigt ein und thematisierte Wertschätzung und Orientierung. Jakob Käser orientierte sich stets an dem was war –  am Alltag und seiner nächsten Umgebung. Und an der gesprochenen Sprache, dem urchigen Oberaargauer Dialekt.
Im Anschluss an den Gottesdienst versammelten sich die Besucher im Kirchenhof, wo die Gedenkstätte in die Reihe der Mahnmale weiterer Madiswiler Persönlichkeiten aufgenommen wurde. 
 
Bescheidenheit als Tugend
«Bewusst haben wir eine schlichte Feier organisiert. Wer Jakob Käser kannte, seine Bücher gelesen hat, der weiss, dass ihm das Bescheidene, Einfache und Unverfälschte am Herzen lag.» So charakterisierte Max Ammann, Präsident des Ortsvereins, den Mundartdichter. Er dankte Fritz Käser und dessen Familie dafür, dass das geschmiedete Grabmal – das Grab auf dem Friedhof Madiswil wurde vor einigen Jahren aufgehoben – nun einem anderen Zweck zugeführt werden konnte. Zusammen mit einer Gedenktafel soll die Stätte in den Linksmähderpfad aufgenommen und ergänzend zur Alten Schmitte, dem Schaffensort von Jakob Käser, seiner und der Dorf-
Geschichte hinzugefügt werden.  Ein Quintett der Musikgesellschaft Madiswil umrahmte den Anlass.
 
«Dr Oberaagouer Dialäkt»
Einige der anwesenden Personen hatten den Schmiedemeister und Dorfdichter Käser persönlich gekannt oder kamen in der Schule in den Genuss der tiefgründigen, lieblichen, zuweilen tragischen Geschichten. Nicht zuletzt als Teil vom Deutschunterricht bei seinem Sohn und Sekundarlehrer Fritz Käser. 
«Pääng! – hei zwe mager Geissescheiche d’Runzele vo syne Stifuröhre innetsi gschlage … u ds Chesseli isch i Schoorgrabe hingeregfloge.» Solche und ähnliche Auszüge aus Käsers Fyr-obe-Gschichte wusste man sich im Kirchenhof zu erzählen.
Jakob Käsers Werke sind Zeitdokumente und wertvolles Kulturgut. Dieses gilt es zu würdigen und in die Zukunft mitzunehmen. Das Interesse an bodenständiger Mundart-Literatur jedenfalls besteht nach wie vor. Mit den beiden Büchern «Meitlistreik u Chachugschiir» und «Dr Habermützer» wurden Käsers Geschichten neu aufgelegt. Vreni Schaller


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