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Junger Huttwiler auf eigenen Wegen des Erfolgs Stefano Raschi, alias «Cookie the Herbalist», Huttwil.

|  26. August 2010
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Junger Huttwiler auf eigenen Wegen des Erfolgs Stefano Raschi, alias «Cookie the Herbalist», Huttwil.
 Stefano Raschi, alias «Cookie the Herbalist», mit seiner neuen CD «Like a tree» (Wie ein Baum). Bild: ljw

Stefano Raschi, alias «Cookie the Herbalist», Huttwil. Vor drei Wochen hat er seine erste CD herausgegeben – einen Tag später landete er damit bei den I-Tunes-Reggae-Charts schon auf dem ersten Platz. Im In- und Ausland hat sich der Reggae von «Cookie the Herbalist» einen Namen ge-­ schaffen. Im Blumenstädtchen selbst ist der begehrte Huttwiler kaum bekannt – ein «UE»-Porträt des «upcoming Artist», «Cookie the Herbalist».


 «Like a tree» – wie ein Baum. So hat «Cookie the Herbalist» sein erstes, soeben erschienenes Album getauft und hat sich dadurch mit der wohl ursprünglichsten, langlebigsten, dominantesten und mystischsten Pflanze identifiziert. «Like a tree» dürfte indessen nicht ausschliesslich das Sprungbrett zu seinen Erfolgen als Reggae-Sänger sein, sondern eben ein Ast mehr in der Vielfältigkeit der Reggae-Szene: Seit 2007 geht der Name von «Cookie the Herbalist» um die Welt. 
Im italienischen Perugia hat Stefano Raschis Karriere ihren Anfang genommen – in einem Kirchenchor, geführt von Nonnen. Da war dem damals Sechsjährigen, gekleidet in der strengen Uniform, das Singen noch ein bisschen ein «Müssen», wie er im Interview mit dem «UE» lachend gestand. Allem zum Trotz: «Viele Reggae-Sänger haben ihre Karriere in einem Kirchenchor gestartet», weiss er. Sein Elternhaus war unter anderem auch mit Reggae-Sound erfüllt; weltberühmte damalige Reggae-Grössen wie Bob Marley, Jimmy Cliff, Peter Tosh und Bunny Wailer waren seine ständigen musikalischen Begleiter. 
 
Skaten, boarden und …
Stefano sang, spielte Klavier. Kindergarten und das erste Schuljahr absolvierte er noch in Perugia, dann zog die Familie nach Huttwil. Das Klavierspielen gab Stefano später auf, «Skaten und Snowboarden waren mir wichtiger», blickt er zurück. Nach der Schule machte er eine KV-Lehre, absolvierte die Handelsschule, arbeitete in diversen Betrieben und bewegte sich auch im grafischen Bereich, «ganz normal», wie er definiert. Nebenbei begann er zu singen, rappte – und schlug dann eigene Wege ein. Mundartsongs sagten ihm wenig, Englisch musste es sein. Reggae blieb seine Welt, und sein musikalisches Netzwerk wurde immer grösser. 
 
Internationale Grösse
In den letzten Jahren tourte er mit seinem «homesound», dem bewährten «Bombo Clan Soundsystem», durch die Schweiz, und als Solokünstler durch Deutschland, Österreich, Italien und weitere Länder. Soloproduktionen mischten sich mit unzähligen Mischwerken auf verschiedenen Mix-tapes des «Bombo Clan Soundsystem». Selbst ein Mix mit den hochrangigen englischen «MC’s of the London Zoo» wurde aufgenommen. Damit fand «Cookie the Herbalist», wie er sich mittlerweile nannte, auch den Weg in die englischen Radiostationen. Er stand damit noch am Anfang seiner Erfolge. Seit 2007 ist «Cookie the Herbalist» Teil des Gideon Production-Artist-Camp. Als «Supportact» auf der Tour des berühmten jamaikanischen Sängers Jah Mason trat er 2007 am grössten europäischen Reggae-Festival, dem Rototom Sunsplash in Italien, und am Rumble Reggae Festival in Deutschland auf. Die gleiche Funktion nahm er in der Schweiz für Ziggy Marley ein, führte durch die Dancehallschool-Partyseries des Kiff Clubs in Aarau und ebenso durch den Swiss Singjay Linkup Schützi Olten. 
Nahtlos tourte er durch weitere bekannte Schweizer Sound-Clubs wie den Bieler Gaskessel, das Kofmehl in Solothurn und die Grabenhalle in St. Gallen – um nur einige zu nennen. 
«Cookie the Herbalist» produzierte 2007 den Song «Don’t you tell me» für Rootdown Records «I love», Riddim. Dies verschaffte ihm definitiv und permanent den Zugang zu den Schweizer Radiosendern wie Radio DRS 3 und Schweizer Internet Radio DRS Virus. Im September 2008 kam die erste offizielle EP von «Cookie the Herbalist», «The Good Weed», mit sechs Songs heraus. Die Aufnahmen erfolgten gemeinsam mit Reggae-Grössen wie den Ganglords, Sam Gilly (House of Riddim), Cali P und anderen. 
Weitere Songs und Tunes folgten wie das gefühlvolle «Love affair», «Stories Pon Stories», «La Vida Buena» … Die Produktionen seiner «Dubplates» verschafften ihm einen Namen in den Reggae-Szenen in Spanien, Deutschland, Brasilien, Gambia u.a.m.; zahlreiche Shows mit seiner Begleitband «Vital Roots» führten Stefano Raschi  mit Sängern wie Andrew Robinson zusammen. 
«Cookie» schaffte es sogar ins jamaikanische Radio Irie FM; damit blieb sein Name auch auf der kleinen Karibik-Insel haften. 
 
Auf dem Boden geblieben
Trotz all der grossen Erfolge ist Stefano Raschi – alias «Cookie the Herbalist» – auf dem Boden, sogar auf Oberaargauer Boden, geblieben. Er arbeitet in seinem nach wie vor geliebten Umfeld der Skater-Szene, beim Balance Board Shop in Langenthal, und sagt dazu überzeugt: «Schaffe tuet guet!». Und – er ist als Reggae-Sänger buchbar, je nach Kostenrahmen mit Band oder DJ. «Beides fägt, aber mit dr Band isch es no cooler», sagt der Showman. 
Seine Tage bleiben ausgefüllt mit «schaffe», singen, produzieren. Bei Radio DRS 3 fungiert er als «Best Talent August 2010», und kürzlich wurde er für den Swiss Music Award 2011 nominiert. Die nächsten Auftritte von «Cookie the Herbalist» sind am 3. September im Aarauer «Kiff», am 11. September im Luzerner «Treibhaus», am 25. September im Berner «Bierhübeli» und – einmal ganz für seine Oberaargauer Fans – die Release-Party für seine CD «Like a tree», am 16. Oktober im Kleintheater Langenthal. 
Liselotte Jost-Zürcher
 
Infos: www.myspace.com/cookietheherbalist; www.cookietheherbalist.com



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