UE Online
Zwei wahre Meister ihres Fachs
| 31. August 2010
« zurück zur Übersicht
Marcel Nyffenegger und Simon Zaugg nehmen an den Schweizermeisterschaften der Metallbauer in St. Gallen teil. Bild: eag
egger, Wyssachen. Sie sind 20 Jahre alt, lieben Sport und leben im beschaulichen Wyssachen: Simon Zaugg und Marcel Nyffenegger gehören zu den 15 besten Metallbauern ihres Lehrjahrgangs. Am nächsten Freitag reisen sie nach St. Gallen und nehmen an den Schweizer Meister-schaften teil.
Es ist früher Nachmittag. Im Werkraum der Firma TH-Metall GmbH an der Bernstrasse 22 in Huttwil ist Simon Zaugg konzentriert am Arbeiten. Der Wyssacher trägt eine Schutzbrille. Mit einem Winkelschleifer poliert er sorgfältig ein Stück Chromnickelstahl – es riecht nach heissem Stahl und Öl. «Das Polieren ist kein Problem», erklärt der 20-Jährige, «was ich hingegen noch üben muss, bevor es in St. Gallen losgeht, ist das Elektroden- und Aluminium-Schweissen.» In St. Gallen finden vom kommenden Freitag bis Dienstag die Berufs-Schweizer-Meisterschaften (SwissSkills) der Metallbauer statt.
« zurück
Es ist früher Nachmittag. Im Werkraum der Firma TH-Metall GmbH an der Bernstrasse 22 in Huttwil ist Simon Zaugg konzentriert am Arbeiten. Der Wyssacher trägt eine Schutzbrille. Mit einem Winkelschleifer poliert er sorgfältig ein Stück Chromnickelstahl – es riecht nach heissem Stahl und Öl. «Das Polieren ist kein Problem», erklärt der 20-Jährige, «was ich hingegen noch üben muss, bevor es in St. Gallen losgeht, ist das Elektroden- und Aluminium-Schweissen.» In St. Gallen finden vom kommenden Freitag bis Dienstag die Berufs-Schweizer-Meisterschaften (SwissSkills) der Metallbauer statt.
Einer der Besten
Vom Kanton Bern wurden die vier besten Lehrabgänger für diesen Wettkampf zugelassen. Was für ein Prüfungsstück erarbeitet werden müsse, erfahre er erst am Wettkampf selbst. «Dies ist eine riesige Herausforderung, auf die ich mich aber sehr freue.» Simon Zaugg legt nun das exakt polierte, glänzende Teil auf die Seite.
An der Meisterschaft wird er während drei Tagen gegen die Zeit arbeiten müssen. «Sie wollen sehen, wie man unter Druck arbeitet.» Gewiss werde ihm dies nicht leicht fallen. Er sei nämlich ein Perfektionist und stelle an sich selbst ziemlich hohe Ansprüche. «Deshalb macht es mich schon ein bisschen nervös», gesteht Simon Zaugg. «Aber», schmunzelt er dann, «einen Platz auf dem Podest strebe ich gleichwohl an.»
Traumberuf studieren
Mit seinem erfolgreichen Berufsmann freut sich auch der Chef, Thomas Niederhauser. Weil der erste Lehrbetrieb Konkurs ging, machte Simon Zaugg seine Lehre bei der Firma TH-Metallbau GmbH fertig. Er sagt: «Das war für mich ein ungeheurer Glücksfall.»
Nun hat Zaugg diesen Sommer seine vierjährige Lehrzeit – inklusive inte-grierter Berufsmaturität (Note 5,2) – mit der Glanznote 5,5 abgeschlossen. Er liebe die Arbeit im künstlerisch angehauchten Kleinbetrieb sehr.
Trotzdem sieht er seine Zukunft nicht als Metallbauer. Seit drei Jahren plage ihn das Asthma stärker, ausgelöst durch den feinen Staub beim Schleifen und den Dämpfen beim Schweissen. Deshalb werde er nächsten Sommer voraussichtlich eine Fachhochschule besuchen.
Dies ermögliche ihm später dann seinen Traumberuf, nämlich Metallbau- oder Maschineningenieur zu studieren. «Bis zur Rekrutenschule im kommenden November arbeite ich noch im Lehrbetrieb», erklärt der junge Mann, der ein begeisterter Fussballspieler beim SC Huttwil ist.
Tolle Überraschung
Während Simon Zaugg zu Hause durch die Post erfahren hat, dass er an der Meisterschaft teilnehmen darf, erreichte Marcel Nyffenegger die Botschaft in der Rekrutenschule. «Sie können an die Schweizer Meisterschaft nach St. Gallen reisen», habe es am Telefon geheissen, berichtet der 20-jährige Wyssacher mit einem Lächeln. «Das war eine tolle Überraschung.» Seit acht Wochen sei er nämlich in Brugg in der Genie-RS. «Da ich nicht gerade ein Militärfan bin, tut so ein positiver Bescheid natürlich doppelt gut», freut er sich.
Er habe zwar schon gewusst, dass es ihm an der Lehrabschlussprüfung gut gelaufen sei. Und in der Tat erlangte der junge Berufsmann die hervorragende Note 5,4. «Aber, dass ich mich dann qualifizieren würde, hätte ich nicht erwartet.» Immerhin sind an den Schweizer Meisterschaften nur die besten 15 seines Berufs zugelassen. Marcel Nyffenegger, der bei der Firma Minder AG, Torbau, Metallbauer lernte, ist der Erste in der Geschichte der Huttwiler Firma, der überhaupt an einer Berufs-Schweizer-Meisterschaft teilnehmen kann.
Top in Beruf und Sport
Obwohl Marcel Nyffenegger kaum Zeit findet, sich auf den Wettkampf vorzubereiten, nimmt er es gelassen. «Ich vertraue auf das, was ich gelernt habe, und ein Platz im Mittelfeld sollte schon drinliegen», sagt er. Zudem lasse er sich nicht so leicht aus dem Konzept bringen. Er könne auch unter Druck ruhig und konzentriert arbeiten. «An der Lehrabschlussprüfung kam mir dies, aber wohl auch der Sport, zugute.» Er spiele nämlich mit Langenthal in der Nationalliga B Unihockey. Jetzt leuchten seine Augen. «Auch da muss ich zum Zeitpunkt X parat sein und möglichst gute Leistungen bringen», sagt der leidenschaftliche Unihockey-Spieler. Nach der Rekrutenschule wird Marcel Nyffenegger in den Lehrbetrieb zurückkehren, um noch Berufserfahrung sammeln zu können. Später dann will er sich zum Konstrukteur weiterbilden.
Was gefällt den beiden erfolgreichen Wyssachern am Beruf des Metallbauers? «Man schafft etwas, sieht etwas entstehen», sagt Marcel Nyffenegger. «Zudem ist die Arbeit kreativ und sehr abwechslungsreich», ergänzt Simon Zaugg. Unabhängig voneinander sagen sie, es erfülle sie mit Stolz und Genugtuung, sich in St. Gallen mit den Besten messen zu dürfen. Und natürlich sei es ein einmaliges und gewiss unvergessliches Erlebnis. Beide rechnen jedoch nicht damit, sich gar für die Weltmeisterschaften vom nächsten Jahr in London zu qualifizieren.
Elsbeth Anliker
« zurück
