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Die Ringe weiss und qualitativ optimal
| 31. August 2010
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Bruno Christen, Unternehmer: Von seinen Sägewerken wurde das Sägemehl für das Eidgenössische Schwingfest geliefert. Bild: ljw
Sägewerke Christen AG, Luthern. Nach den Eidgenössischen Schwingfesten in Luzern (2004) und Aarau (2007) haben die Sägewerke Christen AG in Luthern auch das Sägemehl für das «Eidgenössische» in Frauenfeld geliefert. 270 Kubikmeter Sägemehl sind hingeführt worden – und auch wieder zurück, denn das gebrauchte Sägemehl wird im Wärmeverbund Luthern für die Wärmeproduktion weiterverwendet. «Das Sägemehl ist an den grossen Schwingfesten zum Kult geworden», sagt dazu der Unternehmer Bruno Christen.
Gutes, altes Brauchtum pflegen
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Riesige Mengen Sägemehl fallen jährlich bei den Sägewerken Christen AG in Luthern an; immerhin werden pro Jahr rund 25 000 Kubikmeter Schweizer Holz verarbeitet. Das Unternehmen hat die Möglichkeit, das Sägemehl zu trennen und für die Schwingfeste genau die optimale Qualität zu liefern.
Damit sind alle Chancen da, dass der Lutherer Grossbetrieb auch für das «Eidgenössische» in Burgdorf im Jahr 2013 der einzige Sägemehl-Lieferant sein wird. Entsprechende Verhandlungen laufen bereits.
«Für die Schwinger muss das Sägemehl grob sein und wegen der Staubentwicklung nicht zu trocken», definiert der Unternehmer Bruno Christen im Gespräch mit dem «UE». Längs geschnittenes, frisches Holz eignet sich daher am besten. Wird das Holz dagegen quer zur Faser geschnitten und ist überdies trocken, wird das Sägemehl zu fein, und der Staub würde die Atemwege der Schwinger reizen.
Dazu kommen optische Aspekte: «Die Leute haben einen Kult daraus gemacht. Sie wünschen sich wunderschöne Arenen mit leuchtend weissen Ringen», stellt Bruno Christen fest. Das heisst also Sägemehl von hellem Holz wie Fichte und Tanne – solches von Buchen, Eichen, Douglas, Lärchen und anderen Holzarten würde die Ringe verfärben.
Da die grosse, moderne Infrastruktur der Sägewerke Christen AG die Trennung des Sägemehls erlaubt, hat das Unternehmen die Möglichkeit, die gewünschte Qualität in genügend gros-ser Menge auch für grosse Schwingfeste zu liefern.
Drei grosse LKW’s nach Frauenfeld
270 Kubikmeter (rund 75 Tonnen) schönstes, weisses und grobes Sägemehl wurde vor dem «Eidgenössischen» in drei grossen LKW’s von Luthern nach Frauenfeld gebracht und nach dem Fest auch wieder zurück geführt. Denn dieses wird nach Gebrauch zurückgenommen und in der Verbrennungsanlage des grossen Wärmeverbunds Luthern weiterverwendet. Der Wärmeverbund wurde 2007 auf Initiative und durch die Sägewerke Christen AG gebaut. Mit ganz wenigen Ausnahmen sind alle Haushaltungen und Betriebe des Dorfzentrums Luthern dem Wärmeverbund angeschlossen. Hauptbrennstoff ist die Rinde aus dem «Abfall» des Sägewerks. Der Brennstoff fällt gratis an, und Luthern ist als Dorf kleinräumig; entsprechend tief sind die Kosten für das Leitungsnetz.
Jährlich können nach Angaben von Bruno Christen im überaus aktiven Luzerner Hinterländer Dorf auf diese Weise rund 1,4 Mio. Liter Heizöl eingespart werden, was einer Einsparung von rund 2800 Tonnen CO2 entspricht.
Das Sägewerk wurde 1847 gegründet und wird von Bruno Christen seit 1975 in fünfter Generation geführt. 1995 übernahm das Unternehmen die konkursite Sägerei Brügger in Willisau und ist seither an beiden Standorten tätig.
Das Aktienkapital befindet sich zu 100 % in Familienbesitz; Dividenden werden keine getätigt: «Jeder allfällige Gewinn wird wieder in den Betrieb investiert», sagt der Inhaber gegenüber dem «UE».
Mit seinen 20 Mitarbeitenden verarbeitet er nur Schweizer Holz, das er zum grössten Teil in der Region Bern-Langenthal, aber auch im Napfgebiet, im Raum Willisau, kauft. Er beliefert Kunden in der ganzen Schweiz und auf allen fünf Kontinenten; der Exportanteil nach Fernost und den USA beträgt zirka 30 %. Bilder und Dekorationen in der Wohnung und im Büro von Bruno Christen zeigen, dass er dem Schwing-sport längst nicht nur als Unternehmer verfallen ist. Nicht zuletzt durch die Kontakte zu den Holzverkäufern und zu den Kunden (zu ihnen gehört auch die Schwinger-Legende Silvio Rüfenacht) wurden seine Beziehungen zum Schweizer Ur-Sport enger.
Gutes, altes Brauchtum pflegen
Das Schwingen bedeutet für ihn Kultur, Brauchtum – und unglaubliche Fairness. «Sehen Sie», sagt er gegenüber dem «UE»: «An einem Schwingfest mit 250 000 Leuten braucht es zehn Polizisten, um den Verkehr zu regeln. Allfällige Ausfälligkeiten werden im Keim erstickt. An einem Fussballmatch in Luzern beispielsweise, mit 8000 Leuten, reichen Hunderte von Polizisten nicht, um chaotische Vorfälle zu verhindern.»
Ihn selbst fasziniere das Urchige, das Brauchtum des Schwingens, die Ambiance. Er habe auch Geschäftsfreunde in Italien, Deutschland und andern Nachbarstaaten, die den Besuch des «Eidgenössischen» nicht missen möchten. «Man sollte dazu Sorge tragen, das Alte, Gute erhalten und nicht alles um der Veränderung willen sterben lassen. In diesem Sinne leisten wir dabei gerne die bestmögliche Unterstützung.» In dieser Saison haben die Sägewerke Christen AG, Luthern, nebst dem Eidgenössischen Schwingfest in Frauenfeld auch die kantonalen Schwingfeste Aargau und Luzern sowie das Oberaargauische mit Sägemehl beliefert.
Liselotte Jost-Zürcher « zurück
