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Alte Turnhalle «zum Kochen» gebracht
| 02. September 2010
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Untraditionell, unkonventionell und herrlich mitreissend: die Schweizer Powern in der Alten Turnhalle, Huttwil. Bild: fotografica
Schweizer Powern, Konzert und CD-Taufe. Der Funke ist gesprungen, das Feuer der Band gezündet: Die Mundart-Band «Schweizer Powern» wusste ihr Publikum am Konzert in der Alten Turnhalle in Huttwil zu begeistern. Die CD-Taufe wurde damit ein kleiner Meilenstein in der Geschichte der «Schweizer Powern», welche Freunde suchen statt Fans und über Traditionen singen, selber aber so gar nicht traditionell sind.
Am Freitagabend brachten die sechs Oberaargauer Musiker die Alte Turnhalle in Huttwil mit ihren rockigen Liedern vom Landleben zum Kochen und brachten rund 250 Konzertbesuchern ihre Musik und Texte näher. Einen Super-Einstieg zum Konzertabend lieferte «Vorband und Moderator» Philippe Schreier, ein Musiker, der mit Cover-Versionen von englischen Songs arbeitet. In Huttwil sang er fünf Lieder, welche alle einen Bezug zur Musik der «Schweizer Powern» hatten und nur durch seine Gitarre untermalt wurden. So sang er in «Mysterious» über Geheimnisse und schlug damit eine Brücke zu den «Schweizer Powern», die auch nicht alles über ihre Bandent-stehung verraten und gewisse Geheimnisse hegen. Auf diese Art lieferte der charmante Moderator mit seinen Songs die perfekte Aufwärmrunde für die Mundartband aus dem Oberaargau.
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Am Freitagabend brachten die sechs Oberaargauer Musiker die Alte Turnhalle in Huttwil mit ihren rockigen Liedern vom Landleben zum Kochen und brachten rund 250 Konzertbesuchern ihre Musik und Texte näher. Einen Super-Einstieg zum Konzertabend lieferte «Vorband und Moderator» Philippe Schreier, ein Musiker, der mit Cover-Versionen von englischen Songs arbeitet. In Huttwil sang er fünf Lieder, welche alle einen Bezug zur Musik der «Schweizer Powern» hatten und nur durch seine Gitarre untermalt wurden. So sang er in «Mysterious» über Geheimnisse und schlug damit eine Brücke zu den «Schweizer Powern», die auch nicht alles über ihre Bandent-stehung verraten und gewisse Geheimnisse hegen. Auf diese Art lieferte der charmante Moderator mit seinen Songs die perfekte Aufwärmrunde für die Mundartband aus dem Oberaargau.
Den «Schweizer Powern» ist es überaus wichtig, dass ihre Texte verstanden werden, und zwar in zweierlei Hinsicht. Einerseits in Sachen Lautstärke, welche so angesetzt war, dass die Texte verständlich herüberkamen und das durchmischte Publikum vom Kind bis zum Grosi die Musik geniessen konnten. Anderseits natürlich den Sinn der Texte betreffend, welcher sich wie ein roter Faden durch das Konzert zog. Sänger Mänggu (Marc Minder) gab alles und hat sein Publikum erreicht. Berührend die Reaktionen im Konzertsaal, wenn die Besucher auf seine Erzählungen zustimmend nickten, lachten oder zum Nachdenken angeregt wurden. Mänggu erzählte Geschichten und Hintergrundinfos zu den einzelnen Liedern, deren tieferem Sinn und deren Herkunft. «Der Mix aus guter Musik und sinnigen Texten ist genial, und man spürt, dass die Band ihre Liedtexte liebt und lebt», zeigte sich ein Besucher begeistert. Die Texte, mal traurig, mal gewissenhaft, mal provokativ, mal herausfordernd, aber immer ernst, kamen an.
Bekannte Themen, die berühren
Musikalisch bewegen sich die sechs Jungs der «Schweizer Powern» zwischen dem Rock von Polo Hofer, den Balladen von Züri West und den Chansons von Mani Matter. In seinem Lied «Si hei der Wilhälm Täll ufgfüehrt» erzählt Mani Matter bekanntlich, dass sich die Freiheit nicht mit einer Schlägerei in einer Beiz erkämpfen lässt. Sachte kontern die «Schweizer Po-wern» nun, dass der Weg zur politischen Freiheit aber auch verbaut werden kann, wenn immer mehr Beizen schwinden – in Anspielung an das geschlossene Wirtshaus «Linde» in Leimiswil. Die Holzbühne der «Linde» wurde übrigens in Huttwil extra für das Konzert aufgebaut. Ergänzt wurde die Band durch Freunde und Gastmusiker (Andrea Strahm am Akkordeon und Marco Pantherra mit der Mundharmonika), welche auch auf der CD zu hören sind. Die elf Stücke der CD «D Stimm vom Land» handeln von der Landwirtschaft und vom Landleben. Das erste Stück «Hoffnig» erzählte von einem Bauern, der in seinem Stall sitzt und über so viel Grundsätzliches nachdenkt. Im Song «Chäserei» geht es um die Schlies-sung einer von zahlreichen
Käsereien.
Käsereien.
Aus dem Radio in die Turnhalle
«Müntschi», die aktuelle Single, welche in verkürzter Radioversion schon den Sommer hindurch auf dem Radiosender neo1 lief, beschreibt das Welschlandjahr eines angehenden Bauern, welcher seine Heustock-Liebe zur Tochter des Patrons beschreibt. Als Zugabe des Konzertes sang Mänggu die volle Version des Songs, also inklusive der melancholischen dritten Strophe, und freute sich, dass die Besucher den Unterschied merkten und mit Spannung verfolgten. «Säg mer wien es isch» geht der Frage nach, wieso einzelne Menschen viel und andere wiederum weniger reden – ohne dabei wenig zu sagen zu haben. Aber auch «Wärmuet», «Söili» oder das vierstimmig a cappella vorgetragene «Landschaftsgärtner» sorgten für Hühnerhautstimmung in der Alten Turnhalle. Das Lied «Bschütti» handelt von einem Bauern, der einen Bekannten in der Stadt trifft und sich bewusst wird, wie unterschiedlich ihre beiden Lebensgeschichten sich entwickelt haben. Als erste Zugabe ertönte die Piano-Nummer «Aabelied», wo ein Bauer vor seinem Haus sitzt, nachdenkt und damit den Kopf frei bekommt. «Säge», das letzte Lied des Abends, schliesst mit den Worten: «Bsinn di, du bisch nid elei».
Musik als gemeinsamer Nenner
«Die ‹Schweizer Powern› suchen keine Fans, sondern Freunde», sagt Sigi (Michael Siegenthaler), Gitarrist der Band. «Und mit ihnen haben wir nun unsere CD gefeiert.» «Erfolg ist nur bedingt planbar, das gilt sowohl für das Musikbusiness als auch für die Landwirtschaft», erklärt Flo (Florian Wüthrich), der zusammen mit Toby (Tobias Zürcher) am Bass für das nötige musikalische Fundament sorgt. Allerdings sei es in der heutigen Zeit äusserst unpopulär, sein Leben von einer «höheren Macht» prägen zu lassen und zu vertrauen, stellt Mäx (Matthias Rentsch), einer der beiden Gitarristen, fest.
«Obwohl wir alle eine unterschiedliche Vergangenheit haben und sehr verschieden interessiert sind, haben wir mit unserer Musik einen gemeinsamen Nenner gefunden, welcher gleichzeitig der ganzen Band den ‹Schweizer Powern›-Charakter verleiht», fassen Keyboarder Alex (Alex Kurz) und Frontmann Mänggu den Weg der Band zusammen.
Karin Rohrer
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