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Der Revierförster liebt grosse und kleine Bäume
| 04. September 2010
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Der leidenschaftliche Bonsai-Gärtner Walter Lanz mit einigen seiner einheimischen Bonsais, die zum Teil über 30 Jahre alt sind. Bild: vsm
Walter Lanz, Madiswil. Das Staatsforstrevier Oberes Langetental mit 1642 Hektaren Wald war sein Arbeitsplatz. Walter Lanz, Revierförster aus Madiswil, geht nach knapp 40 Jahren Berufsleben in Pension. Er gibt zwar sein Amt auf, nicht aber die Verbundenheit und Leidenschaft zu Wald und Natur.
Noch kann Walter Lanz nicht sagen, was der Ruhestand genau bedeuten wird. Ein paar Tage nach seinem letzten Arbeitstag lebt er noch ganz und gar in seinem Beruf. Nach knapp 40 Jahren Tätigkeit als Förster, davon 28 Jahre als Revierförster, muss er diese Tatsache erst auf sich wirken lassen. Er ist aber froh, die Verantwortung nun an Peter Widmer aus Rütschelen weitergegeben zu haben.
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Noch kann Walter Lanz nicht sagen, was der Ruhestand genau bedeuten wird. Ein paar Tage nach seinem letzten Arbeitstag lebt er noch ganz und gar in seinem Beruf. Nach knapp 40 Jahren Tätigkeit als Förster, davon 28 Jahre als Revierförster, muss er diese Tatsache erst auf sich wirken lassen. Er ist aber froh, die Verantwortung nun an Peter Widmer aus Rütschelen weitergegeben zu haben.
Ein Leben im und mit dem Wald
Als Bauernsohn in Wyssbach, Madiswil, aufgewachsen, ging Walter Lanz schon als Bub zum Holzen mit in den Wald. Die körperliche Arbeit in der Natur, das Wissen um die Zusammenhänge, Strukturen, Kreisläufe und Eigenarten von Pflanzen und Tieren im Wald faszinierten ihn von klein auf. Drei Jahre nach der Lehre als Forstwart und der Försterschule in Lyss begann Lanz seine Arbeit im Kreisforstamt 10 in Langenthal. 1982 übernahm er das Revier Oberes Langetental und damit die Aufsicht über den öffentlichen Staats- und Burgerwald und den Wald von Privatbesitzern in den Gemeinden Auswil, Kleindietwil, Leimiswil, Madiswil, Rohrbach, Rohrbachgraben und Ursenbach. Als im Jahr 2005 auch im Waldwesen Sparmassnahmen umgesetzt werden muss-ten, kamen zum Revier von Lanz auch die Wälder von Dürrenroth und Walterswil dazu. Das ergab dann eine Waldfläche von 1642 Hektaren. Ein stattlicher Arbeitsbereich. «Meine Arbeit bestand hauptsächlich aus Holz-anzeichnung und Beratung. Und sonst war ich mit Holzen, Schlagholz-Behandeln, Aufforsten und Unterrichten beschäftigt», sinniert Lanz seinem Schaffen nach und ergänzt: «Die Arbeit an der Gewerbeschule Bern hat mir besonders gefallen. Die jungen Leute für diesen Beruf zu rüsten, sah ich als Privileg. Ihnen das Wissen über Bäume, deren Standorte und Zeigepflanzen, aber auch die Gefahren der vielseitigen Ausbildung zu vermitteln, bedeutete ein schöner Ausgleich zur Arbeit im Wald, die ich meist alleine verrichtete.»
Fingerspitzengefühl und Naturgewalten
Nein, ein Eigenbrötler sei er deswegen nicht. Der Naturmensch mochte es zwar, sein eigener Meister zu sein. Den Kontakt zu Berufskollegen, Behörden, Auftraggebern und Privatwaldbesitzern war ihm aber wichtig. Ein gewisses «Gschpüri» und Fingerspitzengefühl sei erforderlich gewesen, wenn er einem Bauern erklären musste, was für seinen Wald nun wichtig und richtig wäre. Man nimmt Walter Lanz gerne ab, dass ihm das in der Regel gelungen ist. Auf die Frage, welches die eindrücklichsten Erlebnisse in seiner Berufszeit waren, zählt Lanz den Windfall von 1967 und die Wirbelstürme Vivian (1990) und Lothar (1999) auf. Und die Borkenkäferplage, die seither beschäftigt, heute aber unter Kontrolle ist.
Mit Leib und Seele ein «Wäldler»
Er wird weiterhin im Wald anzutreffen sein. «Es gibt doch nichts Schöneres, als den Tagesbeginn im Wald erleben zu können. Ich brauche das, das ist Lebensqualität», erklärt Walter Lanz, und seine Augen leuchten. «Der Wald ist ein wertvoller Lebensraum, den es hoch zu schätzen und zu schützen gilt.» Es fällt leicht, sich den leidenschaftlichen Forstwart-Lehrer Lanz vorzustellen, wie er den angehenden Berufsleuten die Arbeit im Wald näherbringt. Der bodenständige, naturverbundene Mann ist mit Leib und Seele ein «Wäldler». Einer, der mit den Elementen lebt, zu ihnen Sorge trägt, sie liebt und ganz vieles davon versteht. Dass sein Herz für den stattlichen Waldkauz schlägt, mag verständlich sein, ist doch der Förster, selbst ein kräftiger Mann – ja vielleicht auch ein bisschen ein komischer, aber herzlicher Kauz. Sein anderes Lieblingstier, der gefiederte Winzling namens Zaunkönig, passt drum ebenso zu ihm.
Zeit für viele Hobbys
«Es ist gut, so wie es ist. Ich freue mich darauf, meinen Hobbys mehr Zeit widmen zu können.» Förster Lanz lehnt sich wohl unbewusst im Stuhl zurück. Mit einem sympathischen Lächeln vermag er sich den neuen Lebensabschnitt doch schon ganz gut und ganz schön vorzustellen. Mit all seinen Freizeitbeschäftigungen wird er der Natur verbunden bleiben; Walter Lanz ist Jäger, arbeitet gerne im Garten, hält Bienen und hegt und pflegt Bonsais. Die Frage drängt sich auf, ob er denn im Wald nicht genügend Bäume sehe, dass er sie auch zu Hause um sich haben müsse, wenn auch im Hosensack-Format. Der Baumkenner lacht: «Nein, nein, als mir vor 36 Jahren ein Bonsai-Spezialist erklärte, es sei nicht möglich, aus unseren einheimischen Bäumen diese kleinwüchsigen, aber authentischen Zwergbäumchen zu züchten, wollte ich es wissen. Ich holte mir die nötigen Informationen und fing an, meine Bonsais zu ziehen.» Den Beweis, dass sich einheimisches Gehölz dafür durchaus eignet, erbrachte er bald. Mit grossem Eifer ist er stets dabei, die kleinen Pflanzen so zu bearbeiten, dass sie unschwer ihren grossen Schwestern und Brüdern zuzuordnen sind. Ja, und immer wieder in den Wald gehen will er. Um zu jagen, «Wedele» zu machen, Pilze zu sammeln, «seine» Tannen zu besuchen oder Waldkäuzen und Zaunkönigen zu Brutstätten zu verhelfen. Einfach in seinem Element sein, das will er, der einstige Revierförs-ter Walter Lanz.
Vreni Schaller
Vreni Schaller
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