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Möglichst viel in den Rucksack packen
| 07. September 2010
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Im Rahmen einer Erwachsenenbildung hat Simon Blatter mit viel Erfolg seine Zweitlehre als Fahrzeugschlosser absolviert. Mit dem Bild des «Buggy», den er mit einem Kollegen gebaut hat, bewarb sich der gelernte Dachdecker seinerzeit um die Stelle als Fahrzeugschlosser und hat damit seine Berufsrichtung definitiv geändert. Bild: ljw
Simon Blatter, Lyssach / Fahrzeugbau Fankhauser AG, Rohrbach. Viele junge Leute absolvieren erfolgreich eine Lehre, arbeiten aber später in einem anderen Beruf. Die meisten wissen nicht, dass sie auf dem zweiten Bildungsweg noch einen Fachausweis erlangen könnten. Anders Simon Blatter aus Lyssach, der von Kollegen und seinem Chef, dem Firmenleiter der Fahrzeugbau Fankhauser AG in Rohrbach, dazu ermutigt wurde, als zweiten Beruf Fahrzeugschlosser zu erlernen. Mit viel Erfolg: Er legte – vermutlich schweizweit – die beste Prüfung ab.
Mit der Foto seines «Buggy» unter dem Arm bewarb sich Simon Blatter vor rund drei Jahren für die Stelle als Fahrzeugschlosser bei der Fahrzeugbau Fankhauser AG in Rohrbach. Das abgebildete Geländefahrzeug hatte er gemeinsam mit seinem Kollegen gebaut. Vor Peter Flückiger, Inhaber und Geschäftsführer des Rohrbacher Unternehmens, stand aber nicht ein gelernter Fahrzeugschlosser, sondern ein gelernter Dachdecker, der sieben Jahre lang in diesem Beruf gearbeitet hatte. «Als ich das Foto des Buggy sah, dachte ich, so habe wohl auch der Dachdecker gewisse Fähigkeiten, um Fahrzeuge zu bauen», sagt Peter Flückiger im Gespräch mit dem «UE». Er sollte sich nicht getäuscht haben: Simon Blatter, der in seiner Freizeit gemeinsam mit dem Kollegen oft am Geländefahrzeug herumschraubte und damit im Ausland auch Rennen fuhr, fühlte sich glücklich in der neuen Tätigkeit und zeigte grosses Interesse, möglichst viel zu lernen. Arbeitskollegen, insbesondere aber sein Vorgesetzter und der Junior-Chef, ermutigten ihn, den Beruf doch noch von Grund auf zu erlernen.
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Mit der Foto seines «Buggy» unter dem Arm bewarb sich Simon Blatter vor rund drei Jahren für die Stelle als Fahrzeugschlosser bei der Fahrzeugbau Fankhauser AG in Rohrbach. Das abgebildete Geländefahrzeug hatte er gemeinsam mit seinem Kollegen gebaut. Vor Peter Flückiger, Inhaber und Geschäftsführer des Rohrbacher Unternehmens, stand aber nicht ein gelernter Fahrzeugschlosser, sondern ein gelernter Dachdecker, der sieben Jahre lang in diesem Beruf gearbeitet hatte. «Als ich das Foto des Buggy sah, dachte ich, so habe wohl auch der Dachdecker gewisse Fähigkeiten, um Fahrzeuge zu bauen», sagt Peter Flückiger im Gespräch mit dem «UE». Er sollte sich nicht getäuscht haben: Simon Blatter, der in seiner Freizeit gemeinsam mit dem Kollegen oft am Geländefahrzeug herumschraubte und damit im Ausland auch Rennen fuhr, fühlte sich glücklich in der neuen Tätigkeit und zeigte grosses Interesse, möglichst viel zu lernen. Arbeitskollegen, insbesondere aber sein Vorgesetzter und der Junior-Chef, ermutigten ihn, den Beruf doch noch von Grund auf zu erlernen.
Berufsbegleitend
«Soll ich, soll ich nicht?», war die Frage. «Wenn man längere Zeit keine Schulbank gedrückt hat, wird man eben bequem», stellt Simon Blatter im Gespräch mit dem «UE» fest. Doch dann unternahm er die nötigen Schritte. Von der Erziehungsdirektion erhielt er dann auf ein Gesuch hin die Bewilligung, die Prüfung als Fahrzeugschlosser an der Gewerbeschule in Luzern abzulegen. Das heisst, er hätte die LAP ohne Schule und im Rahmen eines «Selbststudiums» absolvieren können – ohne viele Chancen, sie zu bestehen, wie er erkannte. «Man hat ja keine Ahnung, was verlangt wird.» So entschloss er sich, im dritten Lehrjahr in der Berufsschule einzusteigen und diese zwei Jahre lang zu besuchen. Mit 17-Jährigen drückte er die Schulbank. «Wir hatten es aber sehr gut zusammen; es war eine ausgewogene Klasse mit zielbewussten Lernenden», stellt er fest. Bei der Firma Fahrzeugbau Fankhauser AG arbeitete er im normalen Arbeitsverhältnis weiter. «S’isch scho no happig gsi», blickt er zurück. Sein Chef gibt dazu ein bisschen mehr zu Protokoll: «Vor allem als es auf die Prüfung hin ging, war Simon oft abends und an Wochenenden im Geschäft, um Schweissen und anderes noch mehr üben zu können.» Peter Flückiger sei immer bereit, willige Arbeitnehmer, die eine Zusatzausbildung machen möchten, zu unterstützen. Für die Firma sei es wichtig, gute Fachleute zu haben. Abgesehen davon aber habe er kaum zusätzlichen Aufwand für «seinen Lernenden» gehabt. Das wiederum sei sehr typisch: «Junge Leute, die den Aufwand für eine Zweitausbildung auf sich nehmen, wollen etwas lernen, und sie setzen sich entsprechend ein», weiss er aus Erfahrung.
«Gelbes Trikot»
Dass sich Simon Blatter mit seinen Kenntnissen auf hohem Niveau befand, zeigte sich spätestens nach einem Jahr, als er in einer anspruchsvollen Zwischenprüfung den 1. Rang belegte. Er behielt das «Gelbe Trikot» und schloss nach zwei anstrengenden Jahren den praktischen Teil der LAP mit der Bestnote 5,5 ab und erreichte einen Gesamtnotendurchschnitt von 5,7. An der Gewerbeschule in Luzern war dies klar Rang eins. «Wahrscheinlich sogar gesamtschweizerisch, doch das konnten wir nicht hundertprozentig sicher abklären; die einzelnen Verbände rückten nicht mit Details heraus», stellt Peter Flückiger fest. So oder so freut er sich mit dem jungen Berufsmann sehr.
Fortsetzung folgt …
Und Simon Blatter, wird er sich nun wieder mehr seinem «Buggy» und den Übungsfahrten und Rallyes in Deutschland oder Frankreich widmen? «Schon ...», meint er gegenüber dem «UE» zögernd. Aber ... ihn würde eben auch der firmeneigene Bremsprüfstand mit hydraulischer Abspannung, Spurplatte und Gelenkspiel-tester interessieren, sagt er schliesslich. Das würde zwar nicht eine dritte Berufsrichtung, aber den Besuch von Kursen und Weiterbildungen bedeuten. «Me het nie usglehrt», meint er bescheiden. Und blickt auf den Chef. Dieser bleibt dabei: «Wenn einer Interesse zeigt, biete ich Hand für eine gute Ausbildung. Und vor allem jungen Leuten sollte man das bestmögliche Fachwissen ermöglichen.» Damit dürfte er in seiner Firma wohl schon bald einen Fachangestellten mehr für den Umgang mit der Bremsprüfanlage haben.
Liselotte Jost-Zürcher
Liselotte Jost-Zürcher
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