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Fussballer liebäugeln mit Landreserven

|  26. Januar 2012
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Fussballer liebäugeln mit Landreserven
Um diesen Trainingsplatz des FC Lotzwil-Madiswil geht es. Auf Anfrage von Clubpräsident Peter Schüpbach verhandelt nun die Burgergemeinde mit den Landbesitzern. Zudem wollen die Fussballer zusammen mit den Turnern ein neues Clubhaus neben der Sportanlage Kirchenfeld bauen.  Bild: war

Neue Ansprüche beim FC Lotzwil-Madiswil. Um den Traditionsverein FC Lotzwil-Madiswil ist es in den letzten Jahren still geworden. Die Fussballer fristen seit Jahren in der 4. Liga ein bescheidenes, weitgehend unbeachtetes Dasein. Das soll sich nun ändern. Der Klub verpasst sich ein neues Image. Er will zudem die eigene Infrastruktur verbessern. Eine Schlüsselrolle spielt dabei, neben Unternehmer Peter Schüpbach, die Burgergemeinde Lotzwil und deren Landreserven.


Bei den Nachbar-Derbies zwischen Lotzwil und Aarwangen säumten Ende der 1970er, anfangs der 1980er Jahre jeweils gegen 500 Zuschauer den Fussballplatz Kirchenfeld in Lotzwil. 1988 stieg der Klub zum ersten und bislang einzigen Mal in die 2. Liga auf und realisierte damit den Höhepunkt in seiner 85-jährigen Vereinsgeschichte. Von mehreren hundert Zuschauern an seinen Heimspielen ist der FC Lotzwil-Madiswil heute meilenweit entfernt. Der Klub fristet in der 4. Liga ein bescheidenes, weitgehend unbeachtetes sportliches Dasein. Für Schlagzeilen sorgte der Verein höchstens noch mit disziplinarischen Verfehlungen einzelner Teams oder Spieler. 
 
Neuer Trainingsplatz gesucht
Für Peter Schüpbach, der vor zwei Jahren das Präsidium des Vereins übernommen hat, keine Frage: «Der FC Lotzwil-Madiswil braucht ein neues Image und bessere Rahmenbedingungen, um in Zukunft sportlich, wirtschaftlich und auch gesellschaftlich wieder erfolgreicher in Erscheinung zu treten.» Längst hat der 50-jährige «Fashion Friends»-Unternehmer zusammen mit seinem Vorstandsteam begonnen, den Verein umzugestalten. Man habe eine Vision und eine dazu passende Strategie entwickelt, sagt der zweifache Familienvater dazu. Im Mittelpunkt stehe die Trainingsinfrastruktur, die nicht mehr zeitgemäss ist: Der Club trainiert heute im «Chilefeld» auf einem viel zu kleinen Platz, der nicht ihm, sondern der Erbengemeinschaft Althaus gehört. Weil der Pachtvertrag bereits abgelaufen ist, sieht der Präsident akuten Handlungsbedarf.
 
Burgergemeinde kontaktiert 
Peter Schüpbach sprach deshalb bei der Burgergemeinde Lotzwil vor. Sie verfügt über beträchtliche Landreserven und viel Verhandlungsgeschick. Federführend ist Erich Greub, Präsident der Lotzwiler Burger und einst langjähriger FCL-Spieler: «Es ist auch in unserem Interesse, einem verdienstvollen Dorfverein zu helfen und seine Existenz langfristig zu sichern.» Konkret führen die Burger nun mit den Landeigentümern Gespräche. Die Burger sind bereit, das Land, auf dem sich der Trainingsplatz heute befindet wie auch die angrenzenden Parzellen zu übernehmen, um sie anschliessend dem FCL zur Verfügung zu stellen.
 
Landabtausch als Notlösung
Wollen die Eigentümer das Land nicht verkaufen, würden die Burger gerne einen Landabtausch einfädeln, um den bisherigen Trainingsplatz sichern zu können. Sollte auch dieser Strick reissen, müsste der FC Lotzwil-Madiswil einen neuen Standort für sein Trainingsgelände suchen. Aber auch in diesem Falle wären die Burger zur Stelle und würden Alternativen anbieten. «Wir gehen heute davon aus, dass wir am bestehenden Standort eine Lösung finden werden und dem FCL eine bessere und grössere Trainingsinfrastruktur auf lange Sicht anbieten können», sagt Erich Greub. 
 
Neue Grundwerte im Vereinsleben 
Aber nicht nur die Infrastruktur des FCL soll besser werden, betont Peter Schüpbach im Gespräch mit dem «Unter-Emmentaler». Er legt grossen Wert auf das ganzheitliche Erscheinungsbild des Vereins gegen innen und aus-sen. So hat der Vorstand neue Grundwerte definiert und verschriftet, nach denen der gesamte Verein zu handeln hat – und an die sich jede und jeder im Verein halten muss. 
Gleichzeitig intensiviert man die Anstrengungen im sportlichen Bereich. Sämtliche Trainer werden motiviert und angehalten, sich laufend weiterzubilden und die erforderlichen Trainerausbildungen zu absolvieren. Dafür werden sie in Zukunft auch besser entschädigt. Im Moment verfügt der Club über zehn Teams, darunter zwei Frauenequipen. Insgesamt zählt der FC Lotzwil-Madiswil rund 200 aktive Fussballerinnen und Fussballer.
 
Die Hompage geliftet
Auch der optische Auftritt des Clubs wurde angepasst. Die Homepage und das Cluborgan erhielten ein Facelifting. Die ersten Erfolge sind nicht ausgeblieben. «All diese Anstrengungen haben dazu geführt, dass wir für Gewerbe- und Industriefirmen, die in den letzten Jahren abseits standen, wieder ein gefragter Ansprechpartner wurden», stellt Präsident Peter Schüpbach erfreut fest. So sei es gelungen, die Sponsoreneinnahmen beträchtlich zu steigern.
Walter Ryser
 


Infos:
www.fc-lotzwil-madiswil.ch
 


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