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«I ha eifach aues gärn gmacht»
| 10. Juli 2012
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Michael Wälchli im Keller der Käserei Thörigen. Eben hat er seine Ausbildung als Milchtechnologe abgeschlossen. Bild: ljw
Michael Wälchli, Madiswil, frisch diplomierter Milchtechnologe. Am Freitagabend durfte Michael Wälchli in Affoltern das Diplom als Milchtechnologe entgegennehmen. Seine Ausbildung hat er in Thörigen angefangen und auch abgeschlossen; ein Jahr verbrachte er in der Käserei Melchnau. Milchtechnologe sei ein Beruf mit Zukunft, meint er: Wenn der junge Berufsmann mehr Erfahrungen gesammelt hat, schliesst er eine Weiterbildung nicht aus.
«Es bringt einem Betrieb viel, Lernende auszubilden. Man bleibt auf dem neusten Stand, hat Kontakte zu Berufskollegen, und überhaupt macht es einfach Freude, das Schöne am Beruf weiterzuvermitteln», sagte Beat Roder im Gespräch mit dem «Unter-Emmentaler». Er führt als Käsermeister die Käserei Thörigen und ist der Ausbildner von Michael Wälchli. Eigentlich hätte er am liebsten drei Lernende, in jedem Lehrjahr einen. «Das würde Sinn machen. Man könnte die Lehrmodule gemeinsam bearbeiten, würde zuerst den ‹Erstlehrjahr-Stift› antworten lassen, dann den Zweitlehrjahr-, der schon mehr wissen sollte, und dann ergänzend den Drittlehrjahr-Stift. So könnten alle voneinander profitieren», malt er aus. Aber es sei heute schwierig, interessierte Lernende zu finden.
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«Es bringt einem Betrieb viel, Lernende auszubilden. Man bleibt auf dem neusten Stand, hat Kontakte zu Berufskollegen, und überhaupt macht es einfach Freude, das Schöne am Beruf weiterzuvermitteln», sagte Beat Roder im Gespräch mit dem «Unter-Emmentaler». Er führt als Käsermeister die Käserei Thörigen und ist der Ausbildner von Michael Wälchli. Eigentlich hätte er am liebsten drei Lernende, in jedem Lehrjahr einen. «Das würde Sinn machen. Man könnte die Lehrmodule gemeinsam bearbeiten, würde zuerst den ‹Erstlehrjahr-Stift› antworten lassen, dann den Zweitlehrjahr-, der schon mehr wissen sollte, und dann ergänzend den Drittlehrjahr-Stift. So könnten alle voneinander profitieren», malt er aus. Aber es sei heute schwierig, interessierte Lernende zu finden.
50 Milchlieferanten
Die Käserei Thörigen hat ein Milchkontingent von rund sechs Millionen Kilogramm und verkäst für Emmi die Milch von 50 Lieferanten zu Emmentaler. Nebst dem Käsermeister sind drei gelernte Milchtechnologen angestellt, einer unter ihnen, der eben daran ist, die Meisterprüfung zu absolvieren. Dazu kommen Aushilfen, ein Landwirt, der regelmässig mithilft, ein junger Praktikant, «der noch nicht genau weiss ob er wirklich Milchtechnologe werden möchte». Und dazu ein junger Serbe, der vorerst die zweijährige Lehre als Milchpraktiker absolviert und auf Wunsch des Lehrmeisters einen Deutschkurs besucht. Beat Roder hofft, auch mit ihm einst an einer Lehrabschlussfeier für Milchtechnologen teilnehmen zu dürfen.
Lieber Käse als Landmaschinen
Anders Michael Wälchli: Der Bauernsohn vom Madiswiler Ghürn hat bald einmal ganz genau gewusst, dass er Milchtechnologe werden wollte. «Ursprünglich wollte ich Landmaschinenmechaniker lernen. Ich habe dann in verschiedenen Betrieben und Berufen geschnuppert. In Thörigen und als Milchtechnologe gefiel es mir am besten», sagt er gegenüber dem «Unter-Emmentaler». Bei der Frage, was er denn am liebsten mache oder weshalb ihm der Beruf so gefalle, winkt er ab: «Äs git nüt, wo mer am beschte gfaut. I mache eifach aues gärn.»
Von Grund auf erlernt
Längst kennt er die Thöriger «Chäsi» in- und auswendig. Im ersten Lehrjahr sei er mit Milchannehmen, Käse decken und andern einfacheren Arbeiten in das Metier eingestiegen. Später habe er auch Verantwortung im Lager übernehmen dürfen. «We die Arbeite ggange si, isch wider öppis Nöis drzue cho», erzählt er. Der Lehrmeister habe ihm stets genügend Zeit gelassen das Gelernte zu festigen. In Thörigen wird ausschliesslich Emmentaler hergestellt, jeden zweiten Monat einmal aber auch Butter, «damit die Bauern etwas von ihrem Rohprodukt nach Hause nehmen können. Zudem erhalten Sie jeweils anteilmässig ein Stück von einem Käse», weiss der junge Diplomand. Der Verkaufsladen ist seit mehreren Jahren geschlossen.
Einblick in die Spezialitätenproduktion
Das zweite Lehrjahr hat Michael Wälchli in der Käserei Melchnau absolviert. Melchnau ist bekannt für seine Spezialitäten, die im grossen Verkaufsladen und auch auf Wochenmärkten abgesetzt werden. «Damit erhielt ich die Gelegenheit zu lernen, wie man Joghurt, Rahm und Käsespezialitäten herstellt», erzählt Wälchli.
In Wasen Erfahrungen sammeln
Dann kehrte er zurück nach Thörigen und durfte hier nun alle anfallenden Arbeiten erledigen. Der Beruf sagt ihm bis heute zu, und er sieht als Käser – oder wie es heute heisst als Milchtechnologe – durchaus Zukunft. Über eine Weiterbildung hat er allerdings vorerst nur wenig nachgedacht. «Jetzt möchte ich vor allem Erfahrungen sammeln.» Dazu wird er in seiner neuen Stelle, in der Käserei Fritzenhaus, Wasen, ausreichend Gelegenheit erhalten. Michael Wälchli hatte sich auch in der Dorfkäserei Aarwangen vorgestellt. Dort hätte es ihm ebenfalls sehr gefallen, «aber Fritz Spycher im ‹Fritzenhaus› hat sich schneller entschieden, da sagte ich gerne zu. In Aarwangen liess man mir dann die Option offen, dass ich mich später wieder bewerben dürfe.» Der junge Berufsmann freut sich sehr auf die neue Herausforderung in Wasen. Für Beat Roder ist Michael Wälchli ein sehr gutes Beispiel, dass Jugendliche in möglichst vielen Berufen schnuppern sollten. «Es ist wichtig, dass sie sich mit unterschiedlichen Berufen auseinandersetzen und die Vor- und Nachteile abwägen. Wenn sie später in der gewählten Ausbildung einmal einen kleinen ‹Durchhänger› haben, werden sie sich daran erinnern, dass auch andere Berufe nicht nur positive Seiten haben. Vielmehr noch: Sie werden spüren, dass doch ‹ihr› Beruf viel Schönes bringt», sagt der Lehrmeister aus langjähriger Erfahrung. So ist seine «Chäsi» stets offen für junge Schnuppernde. Man spürt: Am liebsten hätte er wieder drei «Stifte» am Küchentisch, um mit ihnen die Berufsfachkunde zu vertiefen.
Liselotte Jost-Zürcher
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