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Eindrückliche Bergwanderungen im Prättigau

|  21. August 2010
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Eindrückliche Bergwanderungen im Prättigau
 Die Bergwelt rund um die auf 2236 m gelegene Carschina-Hütte bot den Walterswiler «Bärgfründe» immer wieder einmalige und atemberaubende Ausblicke in eine faszinierende Bergwelt. Bild: mkw

Wandergruppe «Bärgfründe», Walterswil. Die diesjährige, traditionelle Bergwanderung führte die Wandergruppe «Bärgfründe» Walterswil zur Carschina-Hütte. Die Geselligkeit kam in der Abgeschiedenheit nicht zu kurz. Die Walterswilerinnen und Walterswiler benützten erstmals für die An- und Rückreise die öffentlichen Verkehrsmittel Zug und Postauto.


 Das rege Treiben auf den Bahnhöfen, die vollbesetzten Züge, das Bereithalten der Tageskarten – dies alles hielt die Wanderfreudigen bei ihrer Reise ins Bündnerland auf Trab. Ausgangspunkt der Wanderung war St. Antönien-Platz im Prättigau – dem Erlebnis-Tal. Das Prättigau ist hügelig, sanft auf der einen Talseite, alpin und wild auf der anderen. Das sind Attribute, die nicht nur der Landschaft, sondern auch den Prättigauern zugeordnet werden können. 
 
Aufstieg zur Carschina-Hütte
Die kleine, typische Walsersiedlung St. Antönien liegt auf 1450 m, eingebettet in eine beeindruckende Bergwelt. Der Dorfkern mit den vielen alten Häusern und der 500-jährigen Kirche vermittelt eine heimelige Atmosphäre. Von dort liess sich die Wandergruppe mit einem privaten Taxi auf das «Bärgli» führen. Grossen Eindruck hinterliessen die Lawinenverbauungen am Chüenihorn, welche zu den grössten Lawinenverbauungen (über 12 km) der Schweiz gehören. Weiter ging es zu Fuss Richtung Carschina-Hütte (2236 m). Am idyllischen Carschina-Bergsee hielten die Wanderfreudigen ihre Mittagsrast. Der frisch gefallene Schnee lag in  Sichtweite. Der Versuchung eines Bads im Bergsee wurde wegen den kühlen Temperaturen widerstanden. Unterwegs waren Murmeltiere zu hören und weidende Kühe, Rinder und Schafe zu sehen. Sonnenschein und Wolken wechselten sich ab. Am frühen Nachmittag wurden die Walterswilerinnen und Walterswiler vom freundlichen Carschina-Hütten-Team in Empfang genommen. Das gepflegte Massenlager (mit Duvets), das 85 Personen Platz bietet, konnte bezogen werden.
 
Nah der Natur, nah der Grenze und nah bei sich selbst
Wer  Lust hatte, begab sich anschliessend auf den Prättigauer Höhenweg, Richtung  Drusator (2342 m). Wegen den zackigen Berggipfeln und den vielen Steinen, fühlte sich die Wandergruppe fast wie in den Dolomiten. Die winzigen Blumen, die ihre Köpfe aus dem Schnee streckten, versetzte in Staunen. Am Drusator, direkt an der Grenze Schweiz/Österreich angelangt, konnte eine fantastische Aussicht auf das Vorarlberggebiet genossen werden. Auf dem schmalen, frisch verschneiten Bergweg ging es zurück zur Hütte. Dort angelangt stand ein urchiges Abendessen auf dem Tisch –mit viel Liebe vom aufgestellten Hüttenpersonal zubereitet und serviert. Die vorbeiziehenden Wolkenfelder und der Sonnenuntergang wurden anschliessend vor der Hütte beobachtet. Am späteren Abend wurde die Geselligkeit beim gemeinsamen Plaudern und Singen gepflegt. Die Wanderer gingen anschliessend mit vielfältigen Eindrücken ins Bett.
 
Wandern bei Regen und Sonnenschein
Mehr oder weniger ausgeruht wurde am nächsten Morgen nach dem ausgiebigen Frühstück angeregt mit dem Hüttenwart gesprochen. Dieser gab verschiedene interessante Informationen zur Hütte und den umliegenden Bergen weiter. Angeregt wurde über die Wetterprognose diskutiert. Eine Gruppe Steinböcke konnte beobachtet werden. Schweren Herzens hiess es dann Abschied nehmen von der gemütlichen Idylle. Ein Blick zurück bestätigte unsere guten Eindrücke. Die Hütte liegt wunderbar eingebettet in unzähligen Steinen, umgeben von den imposanten Bergen. Schon bald mussten die Regenkleider angezogen werden. Die Wege wurden glitschig, Vorsicht war angesagt. Zum Glück wurde das Wetter wieder  besser und die Gruppe konnte Jacke und Regenhut bald wieder einpacken. Im Berghaus Alpenrösli in Partun (1775 m) machten die Wanderer eine wohlverdiente Rast, genossen die wärmende Sonne und den blauen Himmel. Weiter ging es durch das Seitental Partun. Auch dieses hat seine besonderen Reize. Die Kalkbastionen der Sulzfluh und der Schijenflue, welche die Bergwiesen und Alptriften umrahmen, sind ein herrlicher Anblick. 
Unterwegs waren verschiedene Heinzen-Kunstobjekte zu bewundern. Früher standen die Heinzen (Heureuter) zu Tausenden in Reih und Glied an den Hängen von St. Antönien. Heute sieht man sie an den sonnenverbrannten Ställen nur noch als Dekoration in Heinzenlatten hängend. Simon Engel brachte im Jahr 1740 die Heinzen aus dem Montafon nach St. Antönien. Eine Innovation, die sich über fast 250 Jahre auf der Südseite des Rhätikons bewährte und erst in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts durch Heubelüftung und Siloballen abgelöst wurde. Mit der aktuellen Ausstellung in der schönen Berglandschaft sind die Heinzen zum Kunstobjekt geworden.
 
Viele unvergessliche Erlebnisse
Plötzlich fing es heftig an zu winden. Vor einem weiteren Regenguss kam die Wandergruppe in St. Antönien-Platz  an. Dort bestiegen die Wanderer das Postauto, das sie wieder nach Küblis brachte. Mit der Rhätischen Bahn ging es weiter nach Landquart. Hier musste umgestiegen werden, ebenso dann in Zürich. Dort staunten einige, als ihnen der Anschlusszug nach Olten «vor der Nase»  abfuhr. Doch die Gruppe liess sich deshalb nicht aus der Ruhe bringen. So blieb Zeit, um eine Zwischenverpflegung zu kaufen. Doch daraus wurde nichts, denn ein Reiseteilnehmer bemerkte, dass man auf einem falschen Bahnsteig auf den Zug wartete. Schnell musste das Perron gewechselt werden. Glücklich und zufrieden traf die Wandergruppe am späteren Abend zu Hause ein. Noch lange wird die Gruppe an die wunderschönen und unvergesslichen Erlebnisse denken können. 
Martianne Krähenbühl



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