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Bedürfnisse im Konzept integrieren

|  22. Oktober 2011
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Bedürfnisse im Konzept integrieren
Rita Erni von PuMaConsult stellte die Grundlagen für die Erarbeitung eines Beitragskonzepts an die Vereine vor. Bild: ljw

Vereinsbeiträge in Huttwil. Ab 2013 soll in Huttwil ein fundiertes und möglichst gerechtes Beitragskonzept für die Vereine zum Tragen kommen. Seit längerem befasst sich damit eine Arbeitsgruppe, in welcher auch eine externe Firma mitwirkt. An der Informationsveranstaltung mit Workshop vom Mittwochabend hatten die Huttwiler Vereine Gelegenheit, ihre Bedürfnisse und Anregungen anzubringen.


Für die Erarbeitung des Konzepts hat der Gemeinderat Huttwil eine Arbeitsgruppe eingesetzt und auch eine externe Beratungsfirma, PuMaConsult GmbH aus Bern, zugezogen. PuMaConsult GmbH besitzt grosse Erfahrung bei der Beratung von Gemeinden in der Erarbeitung von Vereinsbeitragskonzepten und lehnt sich dabei an das Staatsbeitragsgesetz des Kantons. 
«Durch die Zusammenarbeit mit PuMaConsult profitieren wir von der Beratung durch eine neutrale Stelle, und wir können zudem von der Erfahrung anderer Gemeinden profitieren», sagte die zuständige Huttwiler Gemeinderätin Annette Leimer am Mittwochabend vor den über 60 Teilnehmenden des Workshops. Die Mitwirkung der Vereine sei indessen sehr wichtig, und deren Meinungen und Bedürfnisse sollen zu einem frühen Zeitpunkt berücksichtigt werden, stellte sie fest. 
 
Wichtige Freiwilligen-Arbeit
«Vereine haben für die Gemeinden, für das soziale/gesellschaftliche Zusammenleben eine enorme Bedeutung», betonte Rita Erni von PuMaConsult. Durch sie werde viel (gemeinnützige) Freiwilligen-Arbeit geleistet und Jugendförderung betrieben. Zwar müssten die Vereine die Verantwortung für ihre Tätigkeit wahrnehmen, aber es sei wichtig, dass sie in ihrer Arbeit angemessen unterstützt würden. 
«Eine vollständige Gerechtigkeit kann in keinem Beitragskonzept verwirklicht werden», stellte die Beraterin gleich von Anfang an klar. Es gehe aber darum, möglichst klare Linien zu schaffen und dabei die Bedürfnisse der Vereine einzubeziehen. Dazu erläuterte sie einige grundlegende Unterstützungsformen. Rita Erni unterschied einerseits in der Unterstützung in Form von Finanzhilfen (finanzielle Beiträge oder geldwerte Leistungen wie unentgeltliches Zur-Verfügung-Stellen von Infrastruktur) sowie in Abgeltungen für konkrete Leistungen. Diese beiden Formen werden in wiederkehrende und in ausserordentliche Beiträge an Vereine sowie in finanzielle Abgeltungen im Rahmen eines Leistungsvertrags oder aber für eine einmalige bestimmte Leistung (auf Gesuch hin) differiert. Wichtig aus Sicht der Gemeinde, respektive der Arbeitsgruppe, sind auch einige «Muss-Kriterien», die von allen beitragssuchenden Vereinen erfüllt werden müssen, also beispielsweise die Vereinsgrösse (Zahl aktiver Mitglieder), Mindestzahl der in Huttwil wohnhaften Mitgliedern usw.
In weitgehend zufällig zusammengestellten Zehner-Gruppen diskutierten die anwesenden Vereinsmitglieder anschliessend die aktuellen Stärken und Schwächen bezüglich der Vereinsunterstützung durch die Gemeinde in Bezug auf Infrastrukturen, Dienstleistungen der Verwaltung und finanzieller Unterstützung. Stichwortartig wurden die Anliegen, respektive Kriterien, festgehalten und im Anschluss an den rund einstündigen Workshop auf einem Plakat zusammengestellt. 
 
Anliegen kontrovers
Das Ganze erhielt interessante «Pro und Contra», weil jede Person im Anschluss an die Ergebnispräsentationen  mit einer bestimmten Anzahl roter oder grüner Punkte Anregungen der anderen befürworten, respektive ablehnen konnte. Schnell zeigte dies, wie kontrovers die Wünsche teilweise sind. So wurde beispielsweise als Votum vermerkt, dass die Vereine für Reinigungsarbeiten auf Strassen im Anschluss an grosse Anlässe keine Gebühren bezahlen müssten – oder mindestens weniger, als dass dies bisher der Fall ist. Die roten Punkte zeigten jedoch deutlich auf, dass recht viele Anwesende durchaus dafür sind, dass die Vereine ihren Teil an Unkosten für Strassenreinigungen übernehmen müssen. In den vielfältigen Anregungen kam grundsätzlich zum Ausdruck, dass die vorhandenen Infrastrukturen in der Gemeinde ideal sind, dass insgesamt jedoch zuwenig (Trainings-)Rräume vorhanden sind. Befürwortet wurden von den Anwesenden generell die Jugendförderung, finanzielle Beiträge für Vereine mit grossem finanziellem Aufwand (auswärtige Trainings, Ins-trumente/Notenmaterial usw.). Ganz klar nicht zur Debatte stand das Sportcenter, bei welchem die Gemeinde keinen Einfluss hat. «Es ist einfach wichtig, dass die Vereine beim Erarbeiten des Konzepts nun aktiv mitwirken, damit wir deren Bedürfnisse und Anliegen in die Kon-zeptarbeiten einbeziehen können», sagte Gemeindeschreiber Martin Jampen auf Anfrage des «Unter-Emmentalers». Die Umfrage in der Bevölkerung anfangs Jahr in Bezug auf die Realisierung eines Werkhofs/eines neuen Mehrzweckgebäudes ergab eindeutig die Haltung, dass ein neuer Werkhof befürwortet, ein Mehrzweckgebäude jedoch nicht gewünscht ist. «Bei der damaligen Umfrage haben sich meist Private geäussert; die Vereine bzw. deren Mitglieder haben nur vereinzelt mitgemacht. Am Mittwochabend hat sich nun aber ein ganz anderes Bild ergeben – die Vereine haben den Wunsch nach zusätzlicher Infrastruktur geäussert. Das zeigt, wie schwierig es insgesamt ist einen tragfähigen
Konsens herzustellen», stellte MartinJampen fest. Die Ergebnisse des Workshops werden nun in der Arbeitsgruppe ausgewertet. Anhand dieser Ergebnisse wird ein Konzeptentwurf erarbeitet. Die Mitwirkung erfolgt vom 15. März bis 30. April 2012. Am 20. März 2012 wird der Konzeptentwurf vorgestellt. Die Umsetzungsplanung ist von Mai bis August 2012 terminiert, so dass die Auswirkungen des neuen Konzepts ins Budget 2013 einfliessen können. Gestützt auf das Ergebnis der Mitwirkung vom Herbst 2010 soll das Beitragskonzept möglichst kostenneutral umgesetzt werden – die Summe der heutigen Natural- und Barleistungen durch die Gemeinde gilt als finanzieller Rahmen. 
Liselotte Jost-Zürcher


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